ADELINE AUS BAYERN IN DER AKADEMIE LIMOGES

17.01.2004 - mein dreimonatiger Schulaustausch geht los!
Schon im Sommer 2003 lernte ich Clement, meinen Austauschpartner, kennen. Er war für 3 Wochen als Austauschschüler an meinem Gymnasium. Da ich interessiert daran war, 3 Monate in Frankreich zu verbringen, lud ich Clement zu mir ein, um ihn näher kennen zu lernen. Glücklicherweise verstanden wir uns so gut, dass dann schon klar war, dass wir zusammen diesen Austausch machen werden.
Anfang September 2003 war es dann so weit: Clement verbrachte 3 Monate bei mir und meiner Familie. Er lebte sich bei uns schnell ein, und wir verbrachten 3 schöne Monate miteinander, in denen wir Freunde wurden.
Am 17.12.03 hieß es dann Abschied nehmen, doch schon bald sollten wir uns wieder sehen! Und zwar am 17.01.2004. Nach ungefähr 4 Stunden und ein paar kleinen Problemen mit dem Flieger in München, kamen Markus (hat mit mir den Austausch gemacht) und ich in Bordeaux an.
Dort wartete auch schon Clement mit seiner Familie auf mich, um mich abzuholen. Ich verstand mich auf Anhieb sehr gut mit dem Vater und der Mutter, was mich sehr freute. Ich hatte ja auch Glück, denn Clement konnte gut vermitteln zwischen mir und seiner Mutter, da er während seines Aufenthaltes sehr gut deutsch gelernt hatte.
Aus Bordeaux fuhren wir 3 Stunden lang, bis wir in einem kleinen Dorf in der Correze, ankamen. Dort angekommen war ich so erschöpft, dass ich nach einem längeren Gespräch mit Clement sofort einschlief. Früh dann wachte ich mit gemischten Gefühlen auf, aber mein erster Tag verlief super. Ich erkundete erst mal das Haus und die nähere Umgebung. Was mir sehr gut gefiel, war, dass ich auf dem Land wohnte; es war ein kleines Dorf, idyllisch gelegen und sehr ruhig.

Die Familie bestand aus mehreren Personen. Die Mutter Chantal, eine berufstätige Frau, war sehr froh darüber, endlich ein Mädchen in der Familie zu haben. Sie machte mir den Anfang in der Familie leicht und zwar durch ihre Heiterkeit. Sie hat sehr viel mit mir gesprochen und wir haben viel gelacht. Sie ist Porzellanmalerin in einer Fabrik. (Habe ihren Arbeitsplatz besucht!)

Der Vater, eigentlich der Stiefvater, war auch sehr nett.
Die 2 Söhne, die schon aus dem Haus sind, haben mich oft besucht und waren sehr nett.
Nicht zuletzt war da noch der jüngste Sohn, mein Austauschpartner Clement; mit ihm verbindet mich nach diesen 6 Monaten eine enge Freundschaft. Nach seinem Aufenthalt in Deutschland hat er es geschafft sehr gut deutsch zu sprechen. Aber nun hatten wir ausgemacht, dass in Frankreich nur noch französisch gesprochen wird.
Oh, und nicht vergessen: da war auch noch der kleine Hund.

Nun kam der erste Schultag. Als wir in der Schule in Brive ankamen, stand ich staunend vor einem riesengroßen Gebäude. Die Schüler in meiner Klasse, also in Clements Klasse, begrüßten mich gleich herzlich und akzeptierten mich von Anfang an, so dass ich mich mit vielen super verstand. Die Lehrer waren auch alle sehr nett und manche kümmerten sich auch um mich!
Gleich am ersten Tag wurde mir der Unterschied zur deutschen Schule bewusst: Die Unterrichtsstunde dauert hier eine ganze Stunde, die Schule fangt um 8 Uhr an und dauert bis 18:00 Uhr. Dies machte mir am Anfang schwer zu schaffen, ich fiel jeden Abend totmüde ins Bett. Aber nach einiger Zeit gewöhnte ich mich daran.
Am Mittag aß ich immer mit Clement und drei anderen Austauschschülern (aus Kanada und Deutschland): Britney, Wiebke und Lisa. In der Kantine gab es immer recht gutes Essen, wie es üblich in Frankreich ist.
Ich fing an, mich an diese Schule zu gewöhnen, und mit jedem Tag, den ich dort verbrachte, gefiel es mir besser. Ich besuchte die Unterrichtsfächer: Französisch, Mathematik, Englisch, Deutsch, Physik, Sport und Biologie. In Englisch und Deutsch bezogen mich die Lehrer mit ein in den Unterricht, was mir großen Spaß bereitete. In Deutsch hielt ich auf Anfrage der Lehrerin ein Referat über das deutsche Schulsystem (auf Französisch).
Das Fach Sport bereitete mir auch viel Freude, weil das Angebot der Aktivitäten dort weit größer ist als in Deutschland; so kletterte ich in Frankreich zum ersten Mal.
Meine Freistunden verbrachte ich mit meinen neu gewonnenen Freunden und zwar in der Stadt oder im Pausenhof. Manchmal ging ich auch in die Bibliothek, um dort zu lernen oder E-Mails zu verschicken. Nach einiger Zeit machte sich das Erlernen der französischen Sprache bezahlt und es machte mir immer mehr Spaß, mich in dieser Sprache zu unterhalten; dadurch wurde wiederum mein Französisch von Tag zu Tag besser.

Die Wochenenden in der Familie waren immer schön. Manchmal gingen Clement und ich mit ein paar Freunden in die Disco oder wir trafen uns alle bei jemandem daheim. Samstags ging ich oft mit meiner "Mutter" einkaufen, sonntags zeigte mir meine Familie immer ein schönes Stück Frankreichs. So besuchte ich kleine und sehr schöne Städte, schöne Gegenden und Museen.
In den Frühlingsferien reisten Markus und ich mit unseren Austauschpartnern nach Paris. Dort trafen wir unseren Französischlehrer aus Deutschland. Dieser war extra für uns nach Paris gereist, um uns die Stadt zu zeigen. Es waren 5 herrliche Tage, die wir in Paris verbrachten. In diesen Tagen besichtigten wir die Sehenswürdigkeiten aus Paris, und ich war erstaunt und beeindruckt, wie viel uns unser Lehrer über alles erzählen konnte. Paris wurde zu meiner Lieblingsstadt. Es viel mir schwer nach 5 Tagen Paris zu verlassen, doch gleichzeitig freute ich mich, meine neuen Freunde wieder in Brive zu treffen.

Ich verbrachte eine sehr schöne und lehrreiche Zeit in Frankreich, aber am 17. April hieß es dann wieder Abschied nehmen, was keinem von uns sehr leicht fiel.
Nachdem mir meine Familie am Abflugtag noch in der Nähe von Bordeaux das Meer und die Düne von Pyla gezeigt hatte, ging es schweren Herzens wieder zurück in die Heimat.
Diese drei Monate waren die schönsten in meinem Leben. Ich bin glücklich und dankbar, dass ich diesen Austausch machen durfte. Mit Clement und seiner Familie telefoniere ich oft, und wir planen schon unser nächstes Wiedersehen, denn eines steht fest: ich werde wieder nach Frankreich fahren, weil ich die Sprache und das Land liebgewonnen habe.