DAS VOLTAIRE PROGRAMM
Ich habe dieses Jahr die Chance gehabt, an dem Austauschprogramm Voltaire teilzunehmen. Nach den sechs Monaten, die ich in Deutschland war, kann ich sagen, dass ich unglaublich viel gelernt habe, unglaublich viel gesehen, sehr viele Leute getroffen und sehr viel Spaß gehabt habe. Jetzt kann ich mich wirklich auf Deutsch unterhalten und über viele verschiedene Themen reden.
Meine Deutschlehrerin hat im Oktober zum ersten Mal von diesem Austauschprogramm gesprochen. Zuerst habe ich gedacht, dass sechs Monate vielleicht ein bisschen zu lang wären. Ich kannte das Land nicht sehr gut und die Austauschfamilie noch weniger. Ich hatte allerdings das Glück, keine Probleme in der Schule zu haben deshalb habe ich trotzdem mit meinen Eltern über dieses Programm geredet. Mein Vater hat fast sofort gesagt, dass das eine super Idee wäre, so etwas zu machen. Meine Mutter war aber nicht sofort einverstanden. Aber nach ein paar Tagen habe ich mehr Informationen über das Voltaire Programm gefunden und wenn alles klar war, war meine Mutter auch „ok“. Da habe ich mit meiner Deutschlehrerin noch mal gesprochen, um ihr zu sagen, dass ich das machen wollte. Dann habe ich meine Bewerbung ausgefüllt und bis zum Januar gewartet
Beginn des Aufenthaltes
Ich habe die Antwort von Voltaire am 27 Januar bekommen. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich das Programm machen konnte. Dann haben wir meine Austauschfamilie angerufen : die wussten noch nichts, sie hatten von Voltaire noch nichts gekriegt. Deshalb war das sehr lustig. Ich hatte einen Monat, um mich vorzubereiten. Ich habe meiner Deutschlehrerin gesagt, dass alles geklappt hatte, meinen Freunden und meiner Freundin auch. Sie war natürlich nicht so froh und glücklich wie ich. Aber danach haben wir darüber gesprochen und alles war klar (für sie und für mich) : Ich musste sechs Monate weg sein und sie musste entweder die sechs Monate warten, das heißt auf mich warten, oder jemand anderes finden. [...] Ich bin am 24.Februar geflogen.
Am Anfang war das ziemlich schwierig : ich meine die Sprache war schwierig. Ich konnte, als ich angekommen war, fast nichts verstehen und ich dachte immer " Wie kann das verstehen, sie sprechen so schnell " oder " Was versucht er mir zu erklären?! ". Ich konnte auch noch nicht sehr gut sprechen, deswegen war es sehr schwierig irgendwas zu erklären. Aber meine Gastfamilie war immer da, um mir zu helfen oder etwas zu wiederholen und noch mal zu erklären.
Und wenn das wirklich zu schwer war, konnte man einfach ein Wörterbuch benutzen (da sieht man, wie wichtig ein Wörterbuch ist!!!). Ich habe das Glück gehabt, sofort mit meinem Austauschschüler klargekommen zu sein. Wir mochten und mögen immer noch beide Sport, lesen, spielen am PC, usw… Unsere Freunde sind auch ziemlich ähnlich, deshalb bin ich auch sehr schnell mit seinen Freunden klar gekommen. Im Laufe der Zeit lernte ich seine Familie immer besser kennen: Tanten, Onkel, Cousins, usw... Ich habe während dieser sechs Monate immer ganz viel mit den Eltern gesprochen. Man lernt auch ein anderes Vokabular, man hört neue Ideen und man merkt mit der Zeit, dass das sehr nötig ist um die Sprache weiter zu entwickeln.
Die Schule
Die Schule war etwas anders. Da hatte ich am meisten Probleme zu verstehen, weil die Lehrer nicht immer wiederholen und alles erneut erklären konnten: das ist unmöglich. Man braucht einfach Zeit, Zeit und noch mal Zeit. Nach zwei Monaten habe ich wirklich angefangen zu verstehen. Aber keine Sorge: es gibt sowieso immer ein paar Leute, die gerne etwas noch mal erklären. Ich habe in der Schule sehr viele Leute kennen gelernt, die jetzt Freunde sind. Ich habe eine Klassenfahrt ins Zillertal gemacht, wo wir während einer Woche Ski gefahren sind und eine nach Paris aber nur für drei Tage.
Was auch sehr wichtig ist, ist nicht alleine zu bleiben. Man muss immer probieren, Leute kennen zu lernen. Es ist gar nicht schlimm, Fehler zu machen, weil man nur so lernen kann. Deswegen muss man immer offen bleiben. Es gibt natürlich ein paar Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland; Das Schulsystem ist unterschiedlich: In Frankreich bleibt man generell bis 17.00 oder 18.00 Uhr in der Schule, es wird auch viel mehr geschrieben und ich denke, dass es viel strenger ist. Dass in Deutschland die Schule gegen 14.00 Uhr zu Ende ist, finde ich gut, wenn die Schule länger wäre, müsste es aber auch eine große Pause und etwas zu essen geben. Manchmal ist es im Unterricht zu laut und vielleicht wäre es gut, wenn die Lehrer ein bisschen strenger wären, um die Klasse ruhig zu halten. Man lebt also nicht unbedingt gleich, aber es ist egal, das ist einfach super, so etwas zu erleben.
Viele neue Erfahrungen
Ich habe in Deutschland etwas neues gemacht. Zum Beispiel war ich in einer Theater-AG und das war genau perfekt für mich. Da konnte ich gleichzeitig sprechen und mein Verständnis entwickeln. Ich hatte natürlich Probleme zu verstehen, aber als ich meine Rolle gehabt habe, habe ich sehr viel mehr verstanden, weil ich einfach gespielt habe. Da konnte ich auch sehen, wie schnell man durch Spiele lernen kann. Das Theaterstück hat einen Oscar gewonnen und es wurde danach verfilmt. Ich habe in E. angefangen, Klavier zu spielen, obwohl ich vorher noch nie Klavier gespielt hatte. Ich habe mit Klavier sehr viel Spa ß gehabt und eine neue Welt (die Welt der Musik) kennen gelernt.
Ich hätte wahrscheinlich nie Theater oder Klavier gespielt, wenn ich diesen Austausch nicht gemacht hätte. Ich bin auch nach Dortmund in ein Camp gegangen. Da war ich für sechs Tage alleine mit ungefähr 70 anderen Jungendlichen. Wir haben eine Universität besucht, zusammen in einem Ingenieurs-Projekt gearbeitet, Studenten getroffen, usw...
Vorurteile und Zukunft
Wegen der Schule, meiner Gastfamilie, Dortmund und dem Theater habe ich ein riesiges Vokabular gelernt. Deshalb ist es wirklich wichtig, so viel wie möglich zu machen. Ich bin jetzt sicher, dass dieser Austausch extrem nötig war. Es wird auch für meine Zukunft (Abitur, Praktikum, Beruf ...) perfekt sein. Als ich vor meiner Abreise einem Freund erzählt habe, dass das Ruhrgebiet eine schreckliche Industrieregion sei habe ich mich geirrt! Keine Ahnung, wann das war, ich habe das nie so erlebt. Ich hoffe nur, dass noch viele Leute das machen werden, weil es einfach eine tolle und unvergessliche Erfahrung ist.
Was ich jetzt machen will
Ich habe jetzt neue Ideen für meine Schule. Ich habe gesehen, dass im Frühling und Sommer viele Jugendlichen mit Fahrrädern in die Schule kommen. Ich wohne nicht weit von meiner Schule und ich bin nie mit dem Fahrrad gefahren. Au ß erdem gibt es keine Fahrradständer in unserer Schule: einfach unglaublich. Ich würde auch sehr gern Deutsch in der Schule weiter etablieren. Durch Diskussionen mit den Lehrern werden wir vielleicht etwas finden. Ich finde das schade, dass man in Frankreich so wenig spricht. Sprechen und Kommunikation sind extrem wichtig, besonderes in Europa. Ich habe jetzt fast zwei Jahre Deutsch gewonnen. In dem Abitur kann ich schon jetzt die Deutschprüfung schreiben. Ich darf jetzt nur diese Sprache nicht vergessen. Ich werde wahrscheinlich noch nach Deutschland fahren, um ein Praktikum zu machen, Leute zu besuchen, etc ... Ich kenne Leute in ganz Deutschland und ich kann fast überall hinfahren. In den Sommerferien will ich mindestens einen Monat nach Deutschland fahren. Das muss man natürlich vorher organisieren aber es wird auf jeden Fall klappen: hoffe ich ...
Also bis bald Deutschland, wir sehen uns in ein paar Monaten !!!!! |