Der Beitrag der Schüler: Aufwertung von Kompetenzen
Je enger die Schüler/innen einbezogen und je besser sie mobilisiert werden, desto besser laufen die Projekte und Arbeiten. Ihre Kompetenzen mögen sehr unterschiedlich sein gute Fotos machen (für die Dokumentation), Videofilme drehen, eine Straßenkarte richtig lesen können, den Sinn für Organisation oder gewisse Talente für Gruppenleitung haben oder sich um die Musik für einen Tanzabend kümmern, wobei die verschiedenen Geschmäcker innerhalb der binationalen Gruppe berücksichtigt werden , es geht aber vor allem darum, dass sie anerkannt und aufgewertet werden. Selbstverständlich gibt es Kompetenzen, die in direkterem Zusammenhang mit dem Schulunterricht und mit manchen Fächern verbunden (Kenntnisse in Biologie, in Naturwissenschaften, in Fremdsprachen usw.) und auch deshalb sehr nützlich sind.
Die Schwierigkeit entsteht jedoch dadurch, dass die Unterteilung in Fächer und die Lern- und Bewertungsformen an der Schule als Institution leider häufig verhindern, dass die bei einem Schüler tatsächlich vorhandenen Ressourcen überhaupt identifiziert werden. Hier bieten Austauschaktivitäten eine hervorragende Möglichkeit, diese zu entdecken. Die konkrete Handlung in einer bestimmten Situation, ob kollektiv oder individuell, löst oft unerwartete Verhaltensweisen aus und setzt bei den Lehrer/innen und bei den betreffenden Schüler/innen oft selbst ungeahnte Potenziale frei.
Deshalb muss die vorbereitende Arbeit der Lehrkräfte dieses Phänomen ganz besonders beachten und die Schüler/innen soweit wie möglich auf allen Ebenen und unter verschiedenen Formen einbeziehen (was können sie innerhalb der Organisation übernehmen? Wie kann man sie dazu bringen, Themen zu formulieren, die sie interessieren und gleichzeitig für das, was Andere interessiert, empfänglich zu bleiben? Welche Formen bevorzugen sie für die Kommunikation?) und "das Unvorhersehbare einkalkulieren", indem das Programm noch Änderungen zulässt (1). Auf einer solchen Öffnung basiert das größte Lernpotenzial für die Schüler/innen, da sie vielseitige Ansatzmethoden und vielfache Handlungs- und Wesensarten ermöglicht, und für die Lehrer, die ihre Schüler/innen mit neuem Blick betrachten, wenn sie sie nicht sogar unerwartet neu entdecken.
1 : Hier wäre es vermutlich zweckmäßig, den Begriff und vor allem die Funktion des "Programms" zu untersuchen, da dieser sozusagen der "Beleg" ist, der dem Bericht beigefügt werden muss. Insbesondere spielen die touristischen Ausflüge eine große Rolle im Programm, zumeist aber ohne Beteiligung der Partnerschule! Nach Angaben des Berichterstatters erfolgt dort keine grundlegende pädagogische Arbeit und diese Unternehmungen berücksichtigen weder die Zielgruppe noch den Zweck der Begegnung. Es bestehen ernsthafte Vorschläge, aus der Arbeit am Thema einen Begegnungsort zu machen (beispielsweise Begegnungen zum Kulturerbe, "Villette-Fahrten" nach Paris).
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