exemples+konzepte Zusammen Arbeiten Gemeinsam Lernen Einander Begegnen

Inhaltsverzeichnis

Einführung

  Hinweis für den Leser

Diese Veröffentlichung richtet sich an verschiedene Lesergruppen mit verschiedenen Interessen. Sie ist für vielfältige Lesarten geeignet: linear, systematisch, aber auch nichtlinear, punktuell, bruchstückhaft. Sie soll keineswegs auf alles eine Antwort geben und alle durch die besprochene Thematik berührten Fragen gleich intensiv oder überhaupt abdecken. Der Schwerpunkt liegt eindeutig bei der Definition und Diskussion der Ziele, den methodologischen und vor allem den institutionellen Konsequenzen. Es fasst anhand von Praxisbeispielen Vorschläge zusammen und versucht das Exemplarische daran darzustellen. Daher die Entscheidung für eine eher konzeptorientierte, analytische und selektive Darstellungsweise, in der die Kriterien für den Vergleich zwischen Kontexten und Beispielen klar erläutert werden. Dies soll eine bessere Lesbarkeit ermöglichen. Wie wir schon öfters feststellen konnten, ist die Versuchung groß, Projekte zu "erzählen". Das Problem dabei ist jedoch, dass Grundsätzliches mit Anekdotischem vermischt und kein ausreichender Abstand zur eigenen Praxis und zum eigenen Standpunkt genommen wird. Um eine gewisse allgemeingültige Aussage zu treffen, muss man leider manchmal auf Narration verzichten und etwas mehr Analyse leisten!

Das Erzählen hat jedoch hier seinen Platz (Aussagen von Lehrkräften und Mitwirkenden, Tagebuch einer Begegnung), um Erlebnisse und Subjektivität aufzuwerten und auch die mögliche Diskrepanz zwischen Konzept und Wirklichkeit, Begegnungsprogramm und Begegnungswirklichkeit, kurzum den Reiz und die Überraschungen einer Pädagogik „außerhalb der Schulmauern“ aufzuzeigen.

Durch die Vielfalt der Darstellungsformen waren wir bemüht, Leser mit unterschiedlichem Hintergrund und Geschmack anzusprechen, das Interesse auf verschiedenen Ebenen zu wecken und die Spannung zwischen den Polen einer per Definition offenen Pädagogik zu zeigen.

Die Veröffentlichung besteht aus zwei Hauptteilen.

Der erste enthält eine allgemeine Darstellung der Pädagogik des Austausches und der Begegnung, ihrer Ziele und Methoden, ihrer Begründung und Zusammenhänge. Ihr folgt eine Veranschaulichung und Illustration am Beispiel von Kooperationsprojekten auf verschiedenen Schulstufen (von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II) und mit verschiedenen Akzenten:

  • Materialaustausch über ein ganzes Jahr ohne Begegnung zwischen den Schülern,

  • Materialaustausch in Verbindung mit Besuchen/Aufenthalten in der Partnerschule,

  • Begegnung von Schülern an einem "neutralen" Ort, einem dritten Ort (der weder die Schule des Einen noch die des Anderen ist), vorbereitet durch den Austausch von Unterlagen und Produktionen,

  • Zusammenarbeit zwischen einer allgemeinbildenden Schule und einer Berufsschule,

  • Zusammenarbeit zwischen Schulen mit hohem Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund bzw. aus so genannten sozial schwachen Klassen – soziale und kulturelle (und linguistische) Erweiterung,

  • Materialaustausch und gegenseitiger Besuch zwischen Grundschulen,

  • Nutzung neuer Medien.

Der abschließende, von einer Entwicklungspsychologin verfasste Text versucht in wenigen Worten zu verdeutlichen, was in einer solchen Zusammenarbeit zur Entfaltung der Persönlichkeit der Schüler/innen beiträgt.

Der erste Teil schließt mit einem Fazit der durch die Projektbeispiele angesprochenen Fragen unter besonderer Berücksichtigung der Implikationen für die Schule, deren Funktions-weise ab. Auf die Konsequenzen für die Aus –und Fortbildung des Schulpersonals (Lehrer und Schulverwalter) wird zum Schluss noch eingegangen.

Der zweite Hauptteil besteht aus einem Stichwortverzeichnis, einem Glossar, mit den verschiedensten Elementen und Aspekten, vom einfachen Tipp bis hin zu Schlüsselbegriffen des dialogischen Ansatzes, vom Trivialsten (nicht vergessen!) zum "Edelsten", den Zielen. Obwohl beide Teile getrennt gelesen werden können, gibt es eine Verbindung in der Form von Verweisen auf weiterführende Literatur und Wörtern mit Sternchen* (Links in der Webversion), die das Querlesen bzw. freie Navigieren zwischen den verschiedenen Textteilen ermöglichen und anregen können.

Die Beispiele sollen demonstrieren, wie manche Ideen vor Ort funktionieren können; sie sollen keinesfalls einfach zur Nachahmung empfohlen werden. An erster Stelle wollen wir eine Pädagogik des Austausches und der Begegnung verdeutlichen, in der die Schüler/innen als zugleich sensible und neugierige Akteure handeln und den Lehrkräften die Möglichkeit geben, ihren eigenen Schul- und Schüleraustausch zu überdenken, zu bewerten und zu bereichern. Uns scheint nämlich wichtig, Kontakt und Begegnung von Schüler/innen im Sinne einer interkulturellen Pädagogik neu zu bedenken und als Lernort und Lernraum aufzufassen, wo Fremdheit und Anders-artigkeit erfahren und bearbeitet werden können, wo Schüler/innen und Lehrer/innen sich mit Staunen, Überraschungen und Spannungen kritisch und kreativ auseinandersetzen können.

Obwohl die Beispiele aus dem Bereich der bilateralen deutsch-französischen Beziehungen stammen, können die veranschaulichten Prinzipien auf jegliche Zusammenarbeit zwischen Schulen mit verschiedenen Sprachen bzw. Kulturen und auf jeden anderen pädagogischen Zusammenhang, auch neben oder außerhalb der Schule, Anwendung finden.

Fremdsprachen spielen in unseren Projekten eine wichtige Rolle, auch wenn sie in dieser Art der Zusammenarbeit keine Monopolstellung besitzen. Die beschriebenen Beispiele werden im übrigen ver-deutlichen, dass andere Fächer genauso in der Lage sind, solche Kooperations- und Austauschprojekte zu befördern und dass sie sich oft als hilfreich erweisen und neue, interessante Ideen einbringen. Der Fremdsprachenunterricht profitiert auch, wenn die Fremdsprache nur Mittel und nicht Zweck innerhalb eines Kooperationsprojektes ist.

Schließlich finden sich im Text Literaturhinweise, damit der Leser den einen oder anderen Punkt vertiefen kann. Literaturdokumentationen wie FIS-BILDUNG aber auch verschiedene Angebote im Internet, z.B. im Deutschen Bildungsserver erlauben auch eine deutliche Ausweitung.


Dankesworte

Angesichts der großen Anzahl von Personen, die mitgearbeitet haben, können wir uns nicht bei jeder individuell bedanken, seien es Lehrkräfte, Mitbeteiligte, Schulleitungen, Eltern, Schülerinnen und Schüler nicht zu vergessen. Sie mögen es uns verzeihen und wir hoffen, dass durch die Nennung der Schulen, denen wir diese Veröffentlichung verdanken, unsere Dankbarkeit ihnen gegenüber einen geeigneten Ausdruck findet.

Bei Projekten, die wir erwähnen, ohne daran mitgearbeitet zu haben, werden die Autoren genannt.

Zögern Sie bitte nicht bei Fragen, Anregungen und Hinweisen, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Unsere Adresse ist:

Christian Alix / Christoph Kodron
DIPF
Postfach 90 02 70
D – 60442 Frankfurt am Main
e-mail: alix@dipf.de/ kodron@dipf.de
Internet: www.dipf.de

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