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Projektbeispiele

Zusammenarbeit per e-Mail in der Sekundarstufe I

Christoph Kodron; Anja Reif

Bei diesem Projekt zwischen einer 9. Klasse eines Gymnasiums und einer classe de seconde in Frankreich ging es für die Schüler/innen erneut um eine Zusammenarbeit über die Entfernung. Das Thema bzw. die Themen ergaben sich auch aus dem Kontext der behandelten Lehrbuchlektionen der Klasse 9 ( Lektion 2, 3, 4 und 6 in Découvertes 3, série verte, Klett) und erwiesen sich als motivierend. Nach einer Vorstellung (Vorstellung, gegenseitige*) wurden Themen wie z.B. Schule in Frankreich bzw. Deutschland, Tagesablauf eines Schülers, Vorstellung der eigenen Region, Festtage... und in der Fortsetzung das Thema "Essen" behandelt, ein immer wieder interessantes Thema, das später um eine aktuelle Dimension wie Magersucht und BSE erweitert wurde.

Hier soll nur auf die uns im Zusammenhang mit "Zusammenarbeit" wichtigen Aspekte eingegangen werden (
1).

Ausgangspunkt für das Projekt waren Überlegungen der Initiatorin, Frau Anja Reif, während ihres Referendariats moderne Kommunikationsmittel auch im Französischunterricht einzusetzen. Dies führte dann dazu, dass sie ihre 2. Staatsarbeit über eine Erweiterung dieses e-Mail-Projektes schrieb. Kein Problem war dabei die Partnerfindung auf Grund persönlicher Bekanntschaft mit einem französischen Lehrerkollegen. Dies erleichterte aber auch die Verständigung und Absprache, wenn während des Projektes kurzfristig etwas geregelt werden musste (
2).


Vorteile von e-Mail

Anja Reif hebt selbst folgende Vorteile von e-Mails* gegenüber der traditionellen Klassenkorrespondenz* per Briefpost hervor:

  • Die Schnelligkeit des Austausches;

  • die gute Veränderbarkeit der Texte zusammen mit ihrer einfachen Druckbarkeit, die eine intensive Bearbeitung ermöglicht;

  • die gleichzeitige Einsehbarkeit durch unterschiedliche Schülergruppen an ihrem jeweiligen Bildschirm;

  • den Erwerb von Methoden- und Sozialkompetenz;

  • die Produktion und Rezeption von "zwitterhaftigen Textgestalten" (Legutke 1996), also von muttersprachlichen e-Mails mit umgangssprachlichen Elementen trotz schriftsprachlicher Form, und

  • das große Interesse von Schüler/innen an modernen Medien und ihrer Nutzung.


1 : Zu weiteren Aspekten: Reif 2002 und Austauschlehrertagung 2003, S. 4. Zurück

2 : Das Projekt wurde insgesamt sehr positiv beurteilt. Es soll aber betont werden, dass der enge examensbedingte Ablaufkalender, d.h. dass jede Woche eine vorgeplante Unterrichtssunde mit e-Mail-Austausch stattfinden musste, zu viel Stress und Zusatzarbeit führte, allein schon weil einmal das Netz/der Provider ausgefallen war, etwas, das immer wieder einmal kurzfristig passieren kann, hier aber zu großen Zwängen führte. Zurück

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