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Projektbeispiele

Schule als Integrationsraum – eine erweiterte Perspektive:
Frankfurt am Main – Marseille

Christian Alix; Christoph Kodron

Einleitung

Das hier vorgestellte Projekt einer Zusammenarbeit unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von den vorangegangenen:

  • Der Aspekt "Austausch und Begegnung" ist Teil eines umfassenderen Konzeptes und in eine viel übergreifendere Fragestellung eingebettet, als dies gewöhnlich der Fall ist. Diese Arbeit gehört nämlich zu einem Forschungsprojekt zum Thema "Städtischer Raum und Migration am Beispiel eines Vergleichs zwischen Frankfurt am Main-Marseille" (1). Der entscheidende Impuls geht auf die allgemeine Frage: Wie sehen Integrationskonzepte in der deutschen und französischen Gesellschaft im Großstadtumfeld, auf den verschiedensten Ebenen und mit unterschiedlichen Identitätsformen aus. Dabei stellt Schule eines der wichtigsten Felder dar, wo solche Phänomene zu beobachten sind. Entsprechend zielt der Ansatz auf Schule als Handlungseinheit ab, einschließlich ihres sozialen, kulturellen und pädagogischen Umfeldes.

  • Demzufolge erfolgte die Kontaktaufnahme und die Projektpartnerschaft nicht wie so oft auf deren Initiative, zufällig, sondern auf der Grundlage des Forschungsprojektes, das ihnen angeboten wurde. Es muss darauf hingewiesen werden, dass beide Schulen zuvor weder systematische Austauschaktivitäten noch ausländische Partnerschulen hatten.

  • Dadurch waren im Projekt immer mehrere Ebenen gleichzeitig vorhanden, um die verschiedenen Faktoren und Kontexte zu untersuchen. Auch die Tatsache, dass jeweils zwei Schulen in Frankfurt am Main und Marseille am Projekt teilnahmen, erklärt sich dadurch, dass es darum ging, die verschiedenen Parameter und die Möglichkeiten der Kontextualisierung eines und desselben pädagogischen Ansatzes besser untersuchen zu können.

  • Die Lebensbedingungen und der soziale Hintergrund der Schüler/innen ergaben, dass zwei Grundsätze des "Austausches" gar nicht oder nur bedingt durchführbar waren:

  • Das ausschließliche Hinzuziehen des Fremdsprachenunterrichts (Deutsch in Frankreich bzw. Französisch in Deutschland) - und somit die Gleichsetzung Austausch = Förderung und Verlängerung des Unterrichtes der Fremdsprache außer Englisch) - als entscheidendes Kriterium für die Teilnahme an Austauschaktivitäten funktioniert nicht. Französisch in Frankfurt und Deutsch in Marseille wurden weniger unterrichtet als an anderen Schulen mit einem anderen sozialen Hintergrund; aufgrund der schulischen Zielpopulationen.

  • Das Prinzip des Aufenthaltes und einer Unterbringung in einer Gastfamilie war aufgrund der gegebenen Umstände nicht umsetzbar: Viele Familien haben nämlich zu kleine Wohnungen, die für die Aufnahme eines Gastes ungeeignet sind.

  • Der lange Untersuchungs-, Beobachtungs- und Auswertungszeitraum von 7 Jahren lässt unseres Erachtens einige Hypothesen zu unserem Ansatz, seiner Umsetzung, der Verlässlichkeit der vorgeschlagenen Arbeitsinstrumente und der Übertragbarkeitsmöglichkeiten zu.

1 : Vgl.: « Einheimische » und « Fremde » 1997. Zurück

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