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Projektbeispiele

Schule als Integrationsraum – eine erweiterte Perspektive:
Frankfurt am Main – Marseille

Ziele der Zusammenarbeit

Die Ausgangsziele waren zweifach:

  • Die beteiligten Schulen vom qualitativen wie quantitativen Standpunkt unter Berücksichtigung der strukturellen Unterschiede zwischen dem französischen und hessischen Bildungssystem beschreiben und vergleichen und

  • gleichzeitig aber auch eine wirkliche pädagogische Zusammenarbeit, also die direkte Interaktion zwischen den Schulen und deren Mitwirkenden: Lehrkräfte, Schüler, Eltern, (unter Einschluss des schulischen Umfeldes (Vereine, Jugendzentren usw., soweit vorhanden) anregen und begleiten.

Beim Vergleich standen aufgrund des starken Anteils an Schüler/innenn mit Migrationshintergrund folgende Fragen im Vordergrund:

  • Welche Probleme der Schulen und der Schüler werden vorrangig behandelt?

  • Wie sehen die von den Institutionen angebotenen Lösungen aus?

  • Welches Bild der Schule zeigt sich durch diese Lösungen?

  • Welche originellen, neuartigen Lösungen werden möglicherweise von der Schule selber angeboten?

Gleichzeitig entstand ein neues Erfahrungsfeld bei den Lehrkräften durch die gemeinsame pädagogische Praxis während der Schülerbegegnungen. Neue Fragen kamen auf, auf die gemeinsame Antworten gesucht wurden:

  • Hat die Erfahrung der Zusammenarbeit, der Gegenüberstellung pädagogischer Selbstverständnisse und der Auseinandersetzungen darüber Folgen für die Konzepte und die Praxis der Lehrkräfte?

  • Hat sie Auswirkungen auf Schüler und Eltern? Gibt es in dieser Hinsicht Unterschiede zwischen den Kindern von Migranten und anderen?

  • Welche Sprachen werden bei den Begegnungen benutzt, wann, wie und von wem?

  • Welche Themen werden angesprochen oder gemieden und, falls ja, wie?

  • Hat diese Arbeit Implikationen auf das Schulklima?

  • Beeinflusst sie die Identität mancher Gruppen und mancher Schüler?

  • Wirkt sie sich auf die Motivation der Schüler aus, französisch bzw. deutsch mehr oder überhaupt zu lernen?

  • Hat sich die Wahrnehmung und die Vorstellung Europas verändert (als Türke, Spanier oder Franzose in Europa, als Migrantenkind)? Wie wird das "Wir" definiert: wir Franzosen, wir aus Marseille, usw. (1)?

Wir beschränken uns im Folgenden bewusst auf Aspekte, die sich direkt auf die Pädagogische Zusammenarbeit und den Austausch beziehen.


1 : Vgl. Hernandez in: Migrants et sociétés urbaines en Europe 1997 und Kap. Wozu Austauschpädagogik – Stellungnahme einer Entwicklungspsychologin.

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