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Projektbeispiele

Austausch und Begegnung von Anfang an:
ein Grundschulprojekt – Koblenz-Nevers
(1)

Christiane Spielmann


Vor der Begegnung: Brieffreundschaft

In unserer Neukarthauser Grundschule in Koblenz werden die Kinder von der ersten Klasse an (manche sogar schon im Kindergarten) mit Französisch konfrontiert. Nachdem die Sprache durch Lieder, Spiele und Zählreime näher gebracht wurde, wird den Kindern ein unmittelbarer Kontakt mit Frankreich und den Franzosen geboten, indem sie die Möglichkeit erhalten, mit Schulkindern aus Nevers, der Partnerstadt von Koblenz, Briefe in einer Klassenkorrespondenz* auszutauschen. Wir schicken zunächst einen kollektiven Brief, in dem die 3. Klasse mit Lehrerin, Klassenraum und Schülern vorgestellt wird, und fügen Fotos und Rätsel hinzu, damit unsere zukünftigen Freunde Lust bekommen, uns kennen zulernen und uns Fragen zu stellen. (vgl.: Kennenlernphase*, Collage*)

Das ganze Jahr hindurch beliefern wir unsere Partner mit Videofilmen, e-Mails, Texten über unsere Stadt und unseren Alltag, Feiertage, Schulnachrichten. Wir schicken ihnen Zeitschriften, Zeitungsartikel, Wunschkarten, Kassetten … und bekommen auch Entsprechendes selbst von ihnen zugeschickt. Kurz, wir lernen uns kennen, wir lernen, uns über den anderen zu erkundigen, wir suchen nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten.

Wir wissen, wer Wassim, Laetitia und Pierre sind. Die Brieffreunde haben auch erkannt, dass Florian groß und sympathisch ist, dass Cynthia ganz klein ist und sehr gerne liest, dass Wladimir sich zu Karneval "unheimlich toll verkleidet" hat und dass Sandra ihnen jede Menge Kuchenrezepte schickt. Dann kommt der große Augenblick: jeder schreibt mit seiner schönsten Schrift am Anfang der 4. Klasse seinen eigenen kleinen Pass. Unter dem Fingerabdruck zählt er Vorlieben und Lieblingsbeschäftigungen auf. Angereichert wird das Ganze mit einem Foto jüngeren Datums, zumeist einem Ferienfoto mit Katze oder Plüschbär, dem großen Bruder oder dem Baby. Es wird versucht, mit wenigen Worten so viel wie möglich zu sagen, damit der/die Brieffreund/in weiß, mit wem er/sie es zu tun hat, zumal die Wahl des Brief- und Austauschpartners für das Jahr bei den kleinen Franzosen liegt. (vgl.:
Rückmeldung*)

Das Briefpaket wird losgeschickt und die Wartezeit beginnt. Wann bekommen sie unsere Post, wann werden sie antworten, wer wird mir schreiben? Ab diesem Zeitpunkt wartet jeder auf seinen Brief; es beginnt die Geschichte einer Freundschaft, die vielleicht auf den Schüleraustausch begrenzt wird oder womöglich viel weitergehen wird...


1 : Vgl.: http://www.gs-neukarthause.ko.rp.schule.de/ueberuns.html dort auch „Französischunterricht“

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