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Projektbeispiele

"Maulwurf Buddel – Taupe-là" – Sprachzentriertes Projekt in der Oberstufe

Zur Computerarbeitsgruppe

Wie schon ausgeführt, waren die Arbeitsbedingungen (vgl.:
Internet-Präsentation*) so, dass die vorgesehene Einführung in HTML* und der damit möglichen Verlinkungen nicht stattfinden konnte. Zwar waren drei untereinander vernetzte Computer vorhanden, einer davon jedoch dauernd und ausschließlich fürs Einscannen und die Bildbearbeitung eingeteilt. Deutsche Schüler/innen taten sich sehr schwer deutschsprachige Texte mit einer französischen Tastatur einzugeben, aber keiner der PCs und nur einer der mitgebrachten zwei Laptops hatte eine deutsche Tastatur. Dies wiederum führte dazu, dass zwar die einzelnen Seiten auf einen der restlichen zwei PCs im Internetcafé erstellt werden mussten, die deutschen Texte aber im benachbarten Café auf dem Laptop getippt und dann per Diskette zugeliefert wurden...

Die konzeptionelle Vorplanung der Seitendarstellung und der einzelnen zu konzipierenden Seiten war am vorangegangenen Montag in der Gesamtgruppe und dann noch kurz in der Untergruppe nur in groben Zügen erfolgt. Weitere Absprachen und Abstimmungen waren nur pendelnd zwischen Café und Internetcafé möglich und blieben so lückenhaft.

Was wir von der Vorplanung grundsätzlich unterschätzt hatten, war der "Anschein gemeinsamer Technik". Obwohl fast allen Schüler/innen ein Textverarbeitungsprogramm wie "Word" bekannt waren, stellte sich in Praxis heraus, dass es doch erhebliche Bedienungsprobleme gab, einmal durch unterschiedliche Versionen, aber auch einfach dadurch, dass den einen z.B. nur deutschsprachige Pulldown-Menus und den anderen nur die entsprechenden französischen vertraut waren. Wenn dann nur unterschiedliche Programmversionen bekannt waren, musste erst ausprobiert werden, wo sich der gewünschte Befehl befand... Bei anderen Programmen, so bei der Bedienung des Scanners, Fotobearbeitung, aber auch Programme zur Erstellung der HTML Seiten waren die Bedienungsprobleme angesichts ganz unbekannter Programme erheblich größer. Dies betraf auch die "Fachleute". Diese Probleme waren aber auch sprachlich mehr als herausfordernd. Im Internet-Café gab es ein dauerndes Sprachengewirr in beiden Muttersprachen und auch in Englisch um laufende Bedingungsfragen zusätzlich zu den zu bearbeitenden Sachfragen zu klären. Ein intensiver Sprachaustausch im Dienste einer gemeinsam zu bewältigen Aufgabe also!

Was wir auch zu hoch eingeschätzt hatten waren die PC und Programmbedienungskenntnisse der Schüler/innen. Teils waren einfache Fragen wie "Einfügen von Sonderzeichen" außerhalb der ihnen vertrauten Sprache und Schrift erst zu erklären, ebenso, dass eine Rechtschreibkorrektur nicht das intensive Korrekturlesen ersetzen kann, sondern nur manches erleichtert. Gleiches ist für die Nutzung von Suchmaschinen festzuhalten. Hier schienen den Schüler/innen nur kommerzielle Angebote bekannt und adäquate Suchstrategien praktisch ganz unbekannt zu sein.

Weiter waren auch die Vorstellung von dem, was per HTML, das heißt mit Verlinkungen an Vernetzung von Informationen erreicht werden kann, nur in Einzelgesprächen zu vermitteln, weil eine konzeptionelle Vorstellung der Möglichkeiten von HTML gänzlich fehlte. Die Vermittlung geschah allerdings teils auch zwischen den Schüler/innen selbst, was sicherlich zu zusätzlichen (sprachlichen) Lerneffekten führte. Insgesamt, so scheint uns, wäre aber eine systematische Einführung schneller und effektiver gewesen; besser wäre es gewesen, wenn diese noch vor der Begegnung im heimischen schulischen Kontext erfolgt wäre.


Zum Ergebnis: Internetpräsentation und CD-ROM

Aus Platzgründen wird hier auf die zweite Begegnung in Berlin nicht im Detail (nur zum Chansonteil, vgl. oben) eingegangen. Insgesamt verlief sie ähnlich, es gab jedoch wie so oft erheblich mehr Widerstand seitens der Berliner Schüler/innen gegen das vergleichbar volle Programm - sie hätten normalerweise nur vormittags Schule...". Noch deutlicher als in Frankreich war es ihnen in den eigenen Schulwänden - wenn es alle 45 Min. blinkt – schwer zu vermitteln, dass eine projektorientierte Begegnung, in der sie an einem Thema arbeiten, um ein Produkt zu erstellen, sich nicht in den üblichen 45’-Unterrichttakt pressen lässt und ein Engagement ihrerseits voraussetzt. Auch die Arbeitsbedingungen waren äußerst schwierig, denn an der Raumfrage war deutlich abzulesen, dass ein solches Projekt sich schwer tut, wenn es im regulären Schulalltag untergebracht werden muss. Der gut ausgestatte PC-Raum der Schule stellte eine gute Voraussetzung gegenüber Gourdon dar. Auch der Musikraum, in dem ein guter Einstieg stattfinden konnte. Jedoch mussten beide Fachräume leider zwischendurch immer wieder für Regelunterricht geräumt werden. Dadurch entstand ein Abwandern in andere, z.T. völlig ungeeignete Fachräume (Physik- und Chemiehörsaal, zum Beispiel) mit ständigen Unterbrechungen und Umstellungen. Insgesamt äußerst ungünstige Umstände für eine Projektarbeit, die per se auf Kontinuität, Konzentration und gute Atmosphäre angewiesen ist.

Wenn man sich aber das Arbeitsergebnisse dieses zwei vierzehntägigen Begegnungen ansieht, das in sechs Tagen erarbeitet wurde, dann kann gesagt werden, dass die Schüler/innen trotz alledem gut gearbeitet haben und unter erschwerten Bedingungen Sehens- und Hörenswertes zustande gebracht haben.

Aus den Erschwernissen, die sowohl in Gourdon wie in Berlin durch die "Raumfrage" entstanden sind (Auslagerung nach Cahors im ersten Fall und "Herumgeschoben werden" im zweiten) wären folgende Konsequenzen bzw. Empfehlungen zu formulieren:

  • wenn die Schule sich mit einem EU-Projekt rühmt, bedeutet dies auf jeden Fall eine Gegenleistung ihrerseits: Auch wenn solche Aktivitäten "stören" – was sie stören und warum wäre eines genaueren Nachforschens wert – muss offiziell deutlich werden, dass Sie einen gleichrangigen Status wie Unterricht haben und nicht in ein inoffizielles Schattendasein verbannt werden können, damit alles so bleibt wie es ist;

  • dafür ist entsprechend auch seitens der Schulleitung Sorge zu tragen: Durch offizielle Information bei allen Lehrern und durch die Bereitstellung guter materieller und organisatorischer Bedingungen als Beitrag der Schule.

Nacharbeiten an freien Nachmittagen in Berlin zur Fertigstellung des Internetauftritts und in den Ferien in Gourdon zur Fertigstellung der CD-ROM waren aber zusätzlich notwendig, um präsentable Produkte vorzeigen zu können. Die zwei Endprodukte wurden in Form und Inhalt weitgehend an den Endtagen jeder Begegnung erstellt. Die Chansons z.B. konnten sowieso nicht weiter verbessert werden, auch die Texte und Bebilderung blieben bis auf einzelne Korrektur so, wie sie dort erarbeitet waren. Teils waren auch technische Voraussetzungen während der Begegnungswoche nicht gegeben - dies gilt insbesondere für die Wiedergabe der aufgezeichneten Chansons - Das, was nach der Begegnung zu leisten war, beschränkte sich weitgehend auf die ästhetisch–technische Darbietung und nutzerfreundliche Verlinkung. Sie können sich selbst ein Urteil bilden, indem Sie die zuerst fertiggestellte Internetseite selbst ansehen unter: http://www.comenius.hvk-gymnasium.de , für welche die Chansons noch nicht verarbeitet werden konnten. Die weitergehend bearbeitete zweisprachige CD-ROM "Maulwurf-Buddel / Taupe là" kann bestellt werden (1), sie enthält hingegen zusätzlich die erarbeiteten und vorgetragenen Chansons, Worterklärungen und wenige Bilder mehr.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich der Aufwand für diese Begegnungen nicht nur von den schon genannten Produkten her gelohnt hat, sondern auch vom Ertrag am Sprachkenntnissen und Landeskunde, welche die Schüler/innen mit genommen haben.

Für eine themenzentrierte pädagogische Zusammenarbeit während einer Begegnung sind entsprechende Arbeitbedingungen unerlässlich. Einmal gehört selbstverständlich dazu, dass die Gesamtgruppe, d.h. alle teilnehmenden deutschen und französischen Schüler/innen ausreichend Arbeitszeit für eine gemeinsame Arbeit haben. Dann müssen entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, die ein konzentriertes Arbeiten erlaubt, und in denen möglichst die Arbeits- und Informationsmaterialen liegen bleiben können, die für die Weiterarbeit gebracht werden. Wenn dies nicht möglich ist, bringen Material- bzw. Themenkisten eine Hilfe, in denen nach inhaltlichen Kriterien die entsprechenden Dinge zusammen weggeräumt und gelagert werden können. Hier sollte auch das Programm und andere wichtige Informationen hängen, so dass sich jeder Teilnehmer bei Unklarheiten sofort informieren kann.

Zu den Arbeitsbedingungen zählen wir auch eine adäquate Arbeitsausstattung der Räume. Bei zweisprachigen Gruppen sollten immer gute einschlägige Lexika zur Verfügung stehen. Themenbezogene Informationsmaterialien möglicht in beiden Sprachen sind haben sich als hilfreich erwiesen. Für Arbeiten, bei denen es um zu erstellende Materialien aus Papier geht, sind natürlich Stifte, Scheren, Kleber wichtig. Dies kann jede Gruppe auch mitbringen. Ein Kopierer ist oft vorhanden, jedoch sollte vorher sicher gestellt sein, dass er und wie er von der Gruppe benutzt werden darf.

Je nach Arbeit und zu erarbeitendem
Produkt* kann eine adäquate Arbeitsausstattung sehr anspruchsvoll sein. Soll z.B. eine CD-ROM* oder ein Internet-Präsentation* ent-stehen, so müssen vernetzte Computer in ausreichender Anzahl vorhanden sein. Weiter werden dann z.B. auch mindestens ein Scanner benötigt, CD-ROM Laufwerke können hilfreich sein. Ein CD-Brenner muss nicht unbedingt sein, hilft aber dabei, dass die Partner den Arbeitstand, das fertige Produkt gleich mitnehmen können.

Unserer Erfahrung nach ist ein Computer für ein Schülertandem optimal; sind es weniger, so muss die zu leistende Arbeit sorgfältig vorgeplant und abgesprochen werden. Die Erstellung eines Textes dauert erfahrungsgemäß sehr lange, deshalb sollte die Erstellung dann vorher auf Papier erfolgen, so dass dann "nur" der fertige Text einzutippen ist.


1 : Bestellungen an: Cité scolaire, Madame C. Bats, 75, Av. Cavignac; F – 46300 Gourdon oder per e-Mail: 0460013p@ac-toulouse.fr - Die anregende, zweisprachige CD-ROM kostet 6 Euro plus Portokosten. Zurück

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