3.1 Anfangsphase
Der eigentliche binationale Unterricht begann am Dienstag, den 05.08. um 10 Uhr mit einer Befragung der Teilnehmer über ihre Erwartungen von dem Austausch. Dies wurde in Form eines Erwartungsbaumes gemacht, an den jeder Teilnehmer 2 grüne Karten (= Was erwarte ich nicht von dem a) Sprachkurs, b) Austausch ?) und 2 rote Karten (= Was erwarte ich von dem a) Sprachkurs, b) Austausch ?) heftete. Dieser Baum blieb bis zum Schluß des Austausches im Gruppenraum hängen, und wurde am letzten Tag während der Schlußbilanz gemeinsam besprochen, so daß deutlich herausgestellt wurde, welche Erwartungen erfüllt wurden und welche nicht. Auch dieses Jahr konnten wir wieder mit großer Zufriedenheit feststellen, daß bis auf wenige Ausnahmen alle Erwartungen der Teilnehmer voll erfüllt wurden.
Anschließend folgte eine kurze Erklärung der Tandemmethode, wobei besonderes Augenmerk gerichtet wurde auf die verschiedenen Kompetenzen (sprachliche und interkulturelle Kompetenz), insbesondere auf den mündlichen Ausdruck. Betont wurde auch die neue Rolle des Lehrenden, die jeder Teilnehmer von nun an zu übernehmen hatte.
Anhand eines kleinen Rollenspieles (Tandemfahrt) wurde von uns anschließend auf die wichtigsten Besonderheiten und Merkmale der Tandemarbeit hingewiesen, als da wären:
- des gens qui ont tout fait ensemble
- communication non-verbale
- des phases dures / des phases plus faciles
- un seul guidon avec une alternance du guide
- une personne voit qqch. et le fait remarquer à l'autre (échange)
- il faut négocier la pause et le rythme
- il faut donner des encouragements
- on est ensemble dans la même aventure ou galère !
- on prend le temps de vivre
- on ne peut pas avancer seul
- il y a des pannes, des problèmes de démarrage etc.
- les 2 apprennent qqch. de nouveau
- ils partagent des bonnes et mauvaises expériences
- ils sont contents d'arriver ensemble au but
- il y a une très grande complicité, être à l'écoute
- faire savoir tout de suite quand ca ne va pas
Nun wurden die ersten Tandems gebildet, mit Hilfe von Postkartenhälften. Nachdem wir das Beispiel ausführlich erklärt und vorgespielt hatten, wurden die Teilnehmer aufgefordert, ihre Partner zu suchen, wobei sie sich die Dialogarbeit erspart haben und durch bloßes Zeigen der Karte ihre Partner sehr schnell fanden.
Als erste Tandemübung sollten die Teilnehmer nun gemeinsam mit einem Stift ihr Traumhaus malen, ohne zu reden. Dies diente dazu, die Haupteigenschaften, die die Grundlage der Tandemarbeit darstellen, von den Teilnehmern herausstellen zu lassen, was auch sehr gut funktionierte:
- Eigeninitiative
- Toleranz, Geduld, Respekt
- Sensibilität
In einer zweiten Tandemübung sollten sich die TN gegenseitig vorstellen und so viel wie möglich über den Partner herausbekommen (Name, Ort, Alter, Hobbies, Geschwister, etc.), mündlich natürlich; die Ergebnisse wurden im Plenum vorgestellt.
In einer dritten Tandemübung wurden von den Teilnehmern Personalausweise mit freier Konzeption angefertigt:
Ein deutscher Teilnehmer erstellt einen Personalausweis seines Partners auf Französisch, indem er ihm Fragen auf Französisch stellt und der Franzose auf Französisch antwortet, und umgekehrt.
Später wurden die Personalausweise mit einem Foto versehen, und an die jeweiligen Zimmertüren geheftet.
Mit einem Tennisballspiel wurde der erste binationale Unterrichtstag und somit die Anfangsphase abgeschlossen:
Jedem Tandem wurde ein Tennisball ausgehändigt, den die TN zwischen ihren Köpfen, an ihrer Stirn, balancieren sollten. Sobald der Ball aber hinunterfiel, mußte der Partner gewechselt werden. Ziel des Spieles war es, neue Partner kennenzulernen und ihnen gegenüber eine gewisse Nähe aufzubauen.
Am darauffolgenden Tag konnten wir mit der globalen Simulation "Das Jugendzentrum" beginnen.