Johannes Maria Becker,
Dr. phil., geb. 1952, Privatdozent für Politikwissenschaften an der Philipps-Universität Marburg, Dozent an der Exportakademie (FH für Technik) des Landes Baden-Württemberg in Reutlingen. Letzter Dienstgrad als Reserveoffizier: Major. Politikberater. Veröffentlichungen zur Sicherheitspolitik Frankreichs und Deutschlands. Mit-Hrsg. der Zeitschrift Wissenschaft und Frieden (Bonn/Marburg). Hat einige Jahre in Paris gelebt und studiert (u.a. beim Service Historique de l´Armée de Terre, SHAT, und Géneral Gambiez). Beobachtet seit drei Jahrzehnten durch teilnehmende Forschung die Mentalität der Menschen im Midi.
Pascal Dubellé
trat nach Abschluss seiner Schulausbildung an einem Militärgymnasium (Pyrdannée militaire de la Flèche) als Sanitätsoffizieranwärter in die Sanitätsakademie der Streitkräfte in Bordeaux ein und studierte dort Medizin. Danach war er als promovierter Mediziner und Militärarzt für drei Jahre als Buscharzt in Neukaledonien tätig, wo sich 1984 die ersten Unabhängigkeitsbestrebungen in Unruhen bemerkbar machten. 1986 wurde er als Truppenarzt in ein Pionierregiment ins Elsaß versetzt. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Militärpsychiater im Jahr 1988 galt sein Interesse vor allem gruppendynamischen Fragen. In dieser Hinsicht bot die französische Armee ihm ein ausgezeichnetes Untersuchungsfeld. Schwer-punkt seiner Forschungstätigkeit war dabei in den achtziger Jahren, zu einem Zeitpunkt, als die Wehrpflichtarmee noch nicht in Frage gestellt wurde, u. a. das suicidale Verhalten von Wehrpflichtigen. Dessen Erforschung in seinen historischen, sozialpsychologischen und psychoanalytischen Dimensionen führte zu einer vertieften Beschäftigung mit der Institution des Militärs in Frankreich. In der Forschungsabteilung des DFJW fand er schließlich ein Betätigungsfeld in der Interkulturalität, das für ihn den Vorteil hatte, außerhalb der Armee angesiedelt zu sein.
Jean-Paul Kieffer
entschied sich als Sohn eines Offiziers und ehemaliger Schüler von St. Cyr nach Abschluss seiner Offizierausbildung für die Panzertruppe. Nach einem Jahr an der Panzertruppenschule in Saumur wurde er in Algerien beim 12. Regiment der Chasseurs dAfrique eingesetzt. 1963 wurde er nach Deutschland versetzt. Von da an wechselten seine Verwendungen zwischen Deutschland und Frankreich, zwischen Stab, Truppe und Schule und fanden ihre Krönung in der Führung eines Regimentes (1. Regiment der Chasseurs à cheval). Wegen seiner Kenntnisse der deutschen Sprache, die er sich während der deutschen Besatzungszeit erworben hatte, wandte er sich den deutsch-französischen Beziehungen zu. Nacheinander war er als französischer Verbindungsoffizier an der Panzertruppenschule in Munster, als französischer Militärattaché in Wien und schließlich im Deutsch-Französischen Rat für Sicherheit und Verteidigung in Paris tätig. Er verließ die Armee als Oberst und widmet sich seitdem den internationalen Beziehungen und hier besonders den Fragen der europäischen Verteidigung und der Rolle, die Frankreich und Deutschland dabei spielen sollten.
Paul Klein
wurde 1941 in St. Wendel im Saarland geboren, verlebte dort seine Kindheit und ging dort zur Schule. Nach dem Abitur trat er zunächst als Offizieranwärter in die Bundeswehr ein und blieb dort drei Jahre. Danach studierte er Psychologie, Soziologie und Pädagogik an der Universität in Tübingen. Er ist Diplom-Psychologe und hat mit einer Arbeit zur deutsch-französischen Verständigung zum Dr. rer. soc. promoviert. Seine Berufstätigkeit begann er 1971 als Leiter des Psychologischen Dienstes beim Kreiswehrersatzamt in Wiesbaden. Bereits nach drei Jahren wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter zum Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr nach München. Dort ist er bis heute geblieben und ist nach der Verlegung des Instituts nach Strausberg bei Berlin seit 1996 Leitender Wissenschaftlicher Direktor und stellvertretender Institutsleiter. Er ist ständiger Lehrbeauftragter an der Universität der Bundeswehr in München und hat mehrere Lehrstuhlvertretungen und Gastprofessuren an der Universität der Bundeswehr und an der Universität Toulouse inne gehabt. Paul Klein ist Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher, Buchbeiträge und Zeitschriftenartikel in mehreren Sprachen. Sein besonderes Forschungsinteresse gilt der Zukunft der Streitkräfte, Wehrstrukturfragen, der militärischen Multinationalität und der deutsch-französischen Zusammenarbeit.
Patrick Mignon,
Jahrgang 1950, leitet die Abteilung für Soziologie des Instituts für Sport und Körpererziehung (Institute National des Sports et de lEducation Physique, INSEP). Er beschäftigt sich wissenschaftlich vor allem mit der Entwicklung des Breitensports, mit den Wandlungen im Hochleistungssport und mit den Beziehungen zwischen Sport, Ethik und Gesundheit. Seit mehreren Jahren erforscht er die verschiedenen Formen der Teilnahme am sportlichen Geschehen, insbesondere in Fanclubs und bei Hooligans. In diesem Rahmen hat er in einer Arbeitsgruppe des Deutsch-Französischen Jugendwerkes mit deutschen und englischen Wissenschaftlern zusammengearbeitet, die sich zum Ziel gesetzt hatten, die Beziehungen zwischen Sport und Gewalt, die verschiedenen Formen der Gewaltreduzierung im Sport und die Rolle des Sports in Präventionsmaßnahmen zu erforschen. Darüber hinaus beschäftigt er sich seit einigen Jahren mit der Analyse des Musik- und Drogenkonsums.
Ulrike C. Nikutta-Wasmuht,
Dr. phil, M.A., Soziologin und Politikwissenschaftlerin; Privatdozentin und Lehrbeauftragte am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der FU-Berlin. War bisher in unterschiedlichen Forschungsinstituten, Bildungseinrichtungen und an der FU-Berlin als Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Referentin bzw. als Dozentin tätig. Thematische Schwerpunkte in Forschung und Lehre: Konfliktsoziologie, Konfliktmanagement und Stressbewältigungsstrategien, innergesellschaftliche und innenpolitische Konflikte, Theorie der Genderpolitik und Genderso-ziologie, Militärsoziologie, interkultureller Dialog und Diskurs. Dazu auch zahlreiche Veröffentlichungen.
Anja Seiffert,
geb.1965, Studium der Germanistik, Politikwissenschaft und Soziologie an der Georg-August-Universität Göttingen und der Freien Universität Berlin (19881994); Promotionsstipendiatin der Friedrich-Naumann-Stiftung (19951997); Trägerin des Nachwuchsförderpreises der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (1995); seit 1997 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr in Strausberg; aktuelle Forschungsschwerpunkte: Ethik der Inneren Führung, einsatzbedingte Veränderungen soldatischer Berufsidentität, Frauen und Militär. Jüngste Veröffentlichung: Ethische Fundamente der Inneren Führung (gemeinsam mit Klaus Ebeling und Rainer Senger), Strausberg 2002.