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Sie spazieren durch die Straßen des dreizehnten Arrondissements von Paris. Ausgestattet mit Fotoapparaten und entzückt von den vielen Wandmalereien, die die Fassaden der Gebäude der rue Nationale schmücken. Sie sind Franzosen, Deutsche und Albaner. Und kommen aus  Gennevilliers, Marseille, Hamburg, Frankfurt, Tirana und dem Kosovo.
Alle sind sich zum ersten Mal diesen Monat in Gennevilliers begegnet, einem Vorort von Paris. Ihre gemeinsame Sprache ist die Street Art: Graffiti, Stencil, Kalligraphie, Malerei. Jeder ist zu diesem Zusammentreffen mit seinen eigenen Fähigkeiten, seiner eigenen Kunst, seiner eigenen Kultur und Geschichte gekommen. Aber mit einem gemeinsamen Ziel: eine Wand zu gestalten.

« Street Talk » ist ein Projekt, das von der Juniorbotschafterin Eléonore Garnier initiiert wurde und an dem insgesamt 24 Jugendliche aus Frankreich, Deutschland, Albanien und dem Kosovo teilnehmen. Diese werden sich im kommenden Jahr im Rahmen des Projekts drei Mal treffen. Es handelt sich größten Teils um Jugendliche, die aus Vororten oder weniger entwickelten Ländern kommen. Bei diesem Projekt geht es  Eléonore in erster Linie darum, den Jugendlichen eine erste Chance zum Reisen zu geben. „Ich selbst habe dank des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW) und der Teilnahme am BarCamp 2013 angefangen zu reisen und mein Interesse für Europa entdeckt. Schließlich habe ich auch einen deutsch-französischen Freiwilligendienst absolviert. Die Erfahrungen, die ich durch interkulturellen Austausch und das DFJW sammeln konnte, möchte ich nun weitergeben.“

Die Jugendlichen kommen hier zusammen, um über ihr Leben und Europa zu reden. Über die Mauern, die sie bemalen, aber auch über die Mauern, an die sie täglich in ihrem Leben stoßen: Sei es die Tatsache in einem Vorort einer großen Stadt zu wohnen oder am Rande der Europäischen Union. Sie alle sehen sich täglich unsichtbaren Mauern gegenüber, die sie daran hindern sich zu treffen, herumzukommen, zu reisen und sich auszuleben.


Nach  einer Woche des Austausches, Diskussionen, Kunst- und Sprachworkshops sind alle nah des Rathauses von Gennevilliers zusammengekommen, um ihre erste Wand zu bemalen, die eigentlich aus 4 Wänden besteht! Eine erste Wand wurde von Pia aus Frankfurt und Maïté aus Lille in Angriff genommen.

Ihre Wand stellt eine Menschenmenge dar, die in Richtung Stadt klettert. Es ist eine Freske, die mit dem Relief der Wand spielt und die die Flüchtlingskrise darstellt, von der Europa und der Balkan betroffen sind. Auf den anderen Wänden hat jeder seinen eigenen künstlerischen Gefühlen freien Lauf gelassen. Und dennoch wurde die ganze Zeit gemeinsam gearbeitet: „Kannst du mir bitte den Stencil geben?“ „Gibt es noch schwarze Farbe?“ „Ich brauche noch blaue Farbe, ich möchte das Logo des DFJW in die Ecke malen!“

Es war nicht nötig, dass Eléonore das Schaffen weiter betreute und so nutzte die Zeit lieber dafür, einige Fotos von der unglaublichen Energie dieser Jugendlichen zu machen. „Einige unzufriedene Nachbarn haben Eier und Tomaten von oben aus einem benachbarten Gebäude geworfen, aber nichts konnte die Jugendlichen vom Malen abhalten. Die Stimmung war super“, erklärt Eléonore. „Außerdem sind - abgesehen davon - sehr viele Leute gekommen, um die Jugendlichen für ihr Werk zu beglückwünschen und sich mit ihnen auszutauschen. Ein Albaner der Gruppe hat sogar ein Treffen mit einer Mutter des Viertels vereinbart, um am nächsten Tag ein Porträt ihrer drei Kinder zu malen, bevor er wieder nach Tirana fährt“.

Die letzte der vier Wände wollte die Gruppe ASU und Tak, zwei der erfahreneren Künstler der Gruppe, die aus Marseille und Pristana (Kosovo) kommen, überlassen.

ASU arbeitet mit Kalligraphie und Malerei und Tak spielt mit geometrischen Formen und Perspektiven. Die beiden Werke und sehr unterschiedlichen Stile trafen sich auf der Mauer. „Jeder ist frei dieses Werk so zu interpretieren, wie er will. Für mich repräsentiert es das interkulturelle Zusammentreffen in schönster ästhetischer Form!“

Die Gruppe wird sich erneut im Dezember in Tirana treffen und Anfang 2017 in Berlin und in jeder Stadt eine weitere Wand gestalten.

Redaktion auf Französisch: Eléonore / Übersetzung ins Deutsche: Nora

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