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Sprachförderung für Deutsch und Französisch an der Schule

Eine Sprache lernen...

Groß und klein können mit dem DFJW ihre Sprachkenntnisse erwerben oder verbessern. Verschiedene Austauschprogramme stehen ihnen dafür im schulischen und außerschulischen Bereich offen.


Eine Sprache lernen...

        in der Grundschule

Seit 1968 haben mehr als 2.000 französische Grundschullehrer über 10.000 deutschen Schulkindern die französische Sprache nähergebracht. In der Regel lernen die Kinder zwei Jahre lang (während der 3. und 4. Klasse) die Sprache, zuerst in der Grundschule und anschließend auf dem Gymnasium. Bei ihrer Rückkehr unterrichten diese Lehrer dann in Frankreich Deutsch. Die Grundschullehrer bleiben während eines Schuljahres an der Schule des Nachbarlandes, manchmal auch zwei Jahre.
In den vergangenen dreißig Jahren haben etwa genauso viele deutsche Grundschullehrer französische Kinder unterrichtet wie umgekehrt.
Das DFJW koordiniert diesen Austausch in enger Zusammenarbeit mit den Kultusministerien der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Thüringen. Es kümmert sich um die pädagogische Betreuung der Programme und bereitet sie auf das eigene Unterrichten ihrer Sprache als Fremdsprache genauso wie auf den Aufenthalt im anderen Land vor.
Dieses Programm wurde den politischen Entscheidungen, die die Einführung in eine Fremdsprache in der Primarstufe in Frankreich und in einigen Bundesländern in Deutschland betreffen, angepasst. Die Teilnehmer an diesem Programm müssen einen immer grösseren Beitrag zur Ausbildung der Primarstufenlehrer leisten, um sie zu befähigen, die Einführung in die Sprache des Partnerlandes sicherzustellen. Es ist immer wichtiger den Deutschunterricht in Frankreich und den Französischunterricht in Deutschland in den Grundschulen auf demselben Niveau zu halten oder sogar auszuweiten, um den Rückgang der Schülerzahlen, die die Sprache des jeweils anderen Landes in der Sekundarsufe lernen, aufzuhalten.






Eine Sprache lernen...

        im Gymnasium und auf anderen weiterführenden Schulen

Neu ab 2000 : Programm Voltaire
Ein Programm für den Einzelaustausch ermöglicht es Schülern von der 8. bis zur 11. Klasse, die mindestens zwei Jahre Französischunterricht hatten, drei Monate lang in Frankreich zur Schule zu gehen. Im Gegenzug kommt der französische Partnerschüler für drei Monate nach Deutschland. Der jeweilige Austauschschüler nimmt drei Monate lang am Unterricht teil und wird in einer Familie, die ein Kind im selben Alter hat, aufgenommen. Zwar sollte die Gegenseitigkeit des Austauschs gewährleistet sein, er muß allerdings nicht zeitgleich erfolgen.






Eine Sprache lernen...

        während eines Schulaustauschs allgemeinbildender Schulen

Zahlreiche Schüler nehmen jedes Jahr an einem Schulaustausch teil, der zwischen deutschen und französischen Grund- und weiterführenden Schulen organisiert wird. In der Regel bleiben die Schüler eine Woche in einer Gastfamilie und nehmen mit ihrem Austauschschüler am Unterricht teil. Der Aufenthalt hilft nicht nur dabei, die Sprachkenntnisse zu verbessern, sondern trägt auch entscheidend dazu bei, das andere Land, seine Kultur, seine Geschichte und das Leben seiner Bewohner kennenzulernen.

Immer häufiger wird der Austausch mit fächerübergreifenden Projekten kombiniert und bietet den Schülern mehr als nur ein "touristisches Entdeckungsprogramm" des Nachbarlandes. So brachten einige Klassen beispielsweise gemeinsam ein Theaterstück auf die Bühne, andere erarbeiteten eine Studie über Meeresbiologie und luden dazu nicht nur die Fremdsprachenlehrer, sondern auch die Fachlehrer ein. Ein weiteres Beispiel: die Schüler korrespondierten per Interent oder tauschen Videos miteinander und zeigten sich gegenseitig, wie man im anderen Land Feste feiert. Oder die Schulklassen trafen sich an einem anderen Ort, beispielsweise einer Berghütte, um gemeinsam die Flora und Fauna der Alpen zu entdecken.

Es bleibt festzuhalten, daß 1998 viele Projekte sich des Internet bedient haben oder Internet selbst zum Thema hatten. Und dies, wie es scheint, zuungunsten der ökologischen Themenstellungen, die in den vorhergehenden Jahren eher Beachtung fanden. Darüberhinaus gab es zahlreiche Austauschprogramme, die Theaterproduktionen umfaßten oder andere interdisziplinäre Projekte.

Ein besonders interessantes Angebot macht das Wissenschaftsmuseum "Cité des Sciences et de la Villette" in Paris: in den sogenannten "classes Villettes" empfängt es junge Deutsche und Franzosen und bietet ihnen vor Ort Gelegenheit, ein Projekt zu realisieren, bei dem sie einen bestimmten Bereich der Wissenschaft oder der Technik besser kennenlernen können. Ein ähnliches Projekt findet außerdem im Deutschen Museum in München statt.

Seit zwei Jahren arbeiten in Deutschland und Frankreich Schulen mit bilingualem Zug eng zusammen. Das DFJW unterstützt sie nicht nur finanziell, sondern auch bei der pädagogischen Vorbereitung der Aufenthalte. Schüler der Abschlußklassen, die das deutsche Abitur und das französische baccalauréat vorbereiten, erhalten die Möglichkeit, an speziellen Austauschprogrammen teilzunehmen. Zur Zeit beteiligen sich ca. 40 Schulen an diesem Programm.

Das DFJW hat in den verschiedenen Tagungen und Treffen mit den Vertretern der Länder und der Akademien zugesagt, das ehrenamtliche Engagement der Lehrer, das für den Erfolg des Austausches unerläßlich ist, stärker zu fördern und die immensen Anstrengungen, die dies an die Lehrer stellt, zu honorieren. Es geht dabei ja nicht darum, einer Klasse eine Fremdsprache (zwischen 3 und 5 Stunden pro Woche) zu unterrichten, sondern eine Gruppe von jungen Menschen bei der Entdeckung des anderen Landes zu begleiten. Der pädagogische Ansatz ist vollkommen anders und die Lehrer sollten sich mit den notwendigen Methoden der interkulturellen und Kurzzeitpädagogik vertraut machen. Wenn darüber hinaus die Lehrer aus beiden Ländern ein fachübergreifendes pädagogisches Projekt entwickeln wollen, so müssen sie sich mit unterschiedlichen und ihnen manchmal unbekannten pädagogischen Methoden, die nicht unbedingt kompatibel sind, auseinandersetzen. Das DFJW könnte sicher noch stärker präsent sein und den Lehrern zur Seite stehen. Ihrerseits würden die Lehrer dies - neben der finanziellen Hilfe - zu schätzen wissen. Auf der politischen Ebene bleibt die Klärung der Frage, wie die Ministerien in beiden Ländern den Einsatz der Lehrer für den deutsch-französischen Schulaustausch anerkennen, fördern und belohnen können.

Es gilt, die Bedeutung des deutsch-französischen Schulaustausches als ersten Schritt zur Entdeckung des anderen Landes hervorzuheben. Diese Programme sind für die persönliche Entwicklung der Schüler von Bedeutung, ergänzen den Unterricht der Partnersprache und schaffen die Voraussetzung für sprachliche und kulturelle Verständigung. Außerdem sollten sie für eine immer größere Zahl zukünftiger Bürger die Gelegenheit bieten, das interkulturelle Lernen persönlich zu erfahren und schon als Jugendliche den Dialog zwischen den Kulturen zu erleben. Der Schulaustausch bleibt der Sockel, auf dem der Austausch zwischen unseren beiden Ländern aufgebaut wird.

Das Jahr 1998 ist gekennzeichnet durch den Rückgang des Deutschen in Frankreich und des Französischen in Deutschland. Diese alarmierende Situation darf nicht verschwiegen werden, auch wenn sie noch keine Auswirkungen auf die Anzahl der vom DFJW geförderten Programme hat, was vielleicht an der Neuartigkeit dieses Phänomens liegt. Es gilt aufmerksam die Entwicklung zu verfolgen und insbesondere die für 2000 geplanten Motivationsprogramme zu analysieren, um daraus eine neue Strategie für das Jugendwerk in diesem Bereich zu entwickeln.






Eine Sprache lernen...

        während eines Schüleraustauschs zwischen berufsbildenden Schulen

Jedes Jahr werden Begegnungen von Berufsschulen aus den Bereichen :

  • Landwirtschaft, Forsten, Gartenbau
  • Gesundheit, Soziales
  • Gewerblich-technisch
  • Kaufmännische Berufe, Bürobereich

vom DFJW gefördert. Bei diesen Begegnungen, die eine bis drei Wochen dauern, nehmen die Jugendlichen am Unterricht der Partnerschule des anderen Landes teil, besichtigen Betriebe und erhalten so einen Einblick in die Berufswelt des Nachbarlandes.











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