Arbeitstext Nr.13 - FÜR DIE ENTWICKLUNG INTERKULTURELLER KOMPETENZ IN EUROPA

76 V. WIE KANN MAN ZU ERWEITERTEN UND VERTIEF- TEN FORMEN INTERKULTURELLER AUSBILDUNG GELANGEN? Jacques Demorgon - Edmond-Marc Lipiansky - Burkhard Müller Wir haben bisher eine ganze Reihe von Ansätzen interkultureller Ausbildung angeführt. Bei mehreren davon gehört die Bemühung um eine Reflexion der Ausbildungspraxis, wenn nicht sogar um stärker systematisierte Forschungen über Ziele und Mittel inter- kultureller Bildung dazu. Die Arbeitsgruppe verfolgt das Ziel, diese Bemühungen um Erweiterung und Vertiefung interkulturel- ler Ausbildung zu begleiten und weiterzuführen. Die Erweiterung ergibt sich ohnehin aus der Fortentwicklung des laufenden Globalisierungsprozesses. Zahlreiche Bereiche sind davon betroffen, in denen interkulturelle Situationen immer häu- figer werden: so z. B. Erziehung, Wirtschaft, Diplomatie, Militär. Die Vertiefung wird sich erst erreichen lassen, wenn bestimmte grundlegende Schwierigkeiten, die wir erst zu verstehen beginnen, in ihrer ganzen Tragweite erkannt werden. 1.) Zuallererst muß das Dilemma Nationalkultur versus euro- päische Kultur überwunden werden. 2.) Im Anschluß daran ist es notwendig zu betonen, daß vertiefte interkulturelle Ausbildungen nicht einfach auf der Basis von lernbaren Kenntnissen und Fertigkeiten aufgebaut werden können. Das was in diesen Ausbildungen unausweichlich auf dem Spiel steht, sind auch Projekte, die zugleich auf zutiefst persönlichen als auch auf institutionellen Initiativen beruhen. In vertieften interkulturellen Ausbildungen müssen sich

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